Skip to main content

Mit dem Auto in den Urlaub

Millionen Deutsche starten mit dem Auto in den Urlaub. Vor allem zu Beginn und am Ende der Ferienzeit sind die Straßen mit Pkws und Wohnmobilen verstopft. Um mit dem Auto möglichst stressfrei in den Urlaub fahren zu können, ist es deshalb sehr empfehlenswert, schon frühzeitig mit der Planung zu beginnen.


Bereits beim Einreichen des Urlaubsantrages sollte man sich die Ferienzeiten der einzelnen Bundesländer ins Gedächtnis rufen; wer seinen Urlaub clever beantragt und einige Tage früher oder später als die Masse der Urlauber aufbricht, erspart sich und seiner Familie viel Stress und Hektik. Natürlich ist man vor einem Stau trotzdem nicht gefeit, doch der absehbare Stillstand auf der Autobahn lässt sich schon einmal vermeiden.

Grundsätzlich lohnt es sich, selbst für den kürzesten Urlaub eine Checkliste anzulegen, denn neben Socken und Unterhosen muss ja auch ein Mückenspray oder ein Ersatzschlüssel ins Gepäck. An den vielen Kleinigkeiten, an die für alle Familienmitglieder gedacht werden muss, verzettelt man sich schnell. Im Internet gibt es zahlreiche Seiten, die Urlaubschecklisten zum Download anbieten. Die gehen zwar noch nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Familie ein, aber über das Basisgepäck muss man sich dann keine Gedanken mehr machen.

Aber nicht nur Gepäck und Verpflegung für die Reise wollen vorbereitet werden – auch das Auto selbst sollte vor Reisebeginn gründlich durchgecheckt werden. Stimmt der Ölstand? Ist alles optimal eingestellt? Bei kleineren Problemen sollte man besser vor der Reise zur Werkstatt des Vertrauens fahren – andernfalls könnten diese Problemchen während des Urlaubs zum Problem werden. Und nicht überall sind Abschleppdienst und Werkstatt günstig, nicht überall gibt es die passenden Ersatzteile.


Urlaub mit dem Auto

Das Auto, das sprichwörtliche liebste Kind des Deutschen, spielt natürlich eine im wahrsten Sinne des Wortes tragende Rolle. Dementsprechend muss es vorbereitet werden.

Schon mehrere Wochen vor Urlaubsbeginn sollte man eine Werkstatt aufsuchen, um den Wagen überprüfen zu lassen. Fallen gerade auf der Urlaubsfahrt wichtige Bauteile aus, besteht die Gefahr, dass der gesamte Urlaub aufgrund der nun unkalkulierten Kosten abgebrochen werden muss. Besser ist es, sich vorher abzusichern.

Direkt vor Fahrtantritt sind immer noch einige Kontrollen durchzuführen. Scheibenwischwasser wird zu jeder Jahreszeit gebraucht, nicht nur im Herbst oder Frühling, und sollte deshalb ausreichend vorhanden sein. Unbedingt zu kontrollieren ist außerdem der Ölstand, vor allem bei älteren Fahrzeugen mit hohem Ölverbrauch. Oft lohnt es sich, die Bordwerkzeuge um eine Flasche Öl zu ergänzen. Die Schäden, die durch fehlendes Motoröl entstehen, sind irreparabel.

Mit dem Auto in den Urlaub

Mit dem Auto in den Urlaub ©iStockphoto/ IPGGutenbergUKLtd

Ebenfalls zu überprüfen ist der Reifenluftdruck. Ein Zuviel oder Zuwenig an dieser Stelle erhöht zum einen die Unfallgefahr, wirkt sich zu anderen aber auch negativ auf den Spritverbrauch aus. Informationen über den richtigen Reifendruck entnimmt man den fahrzeugeigenen Handbüchern.

Natürlich sollte das Fahrzeug auch ausreichend betankt werden. Statistisch häufen sich Unfälle bei Fahrzeugen mit leerem Tank. Der Stress und die Unruhe in Erwartung der nächsten rettenden Tankstelle machen den Fahrer häufig unaufmerksam. Es lohnt sich also, einmal häufiger zu tanken. Dabei sollte man nicht auf die wenigen Cent Ersparnis einer Alternativtankstelle schauen, die sich im Vergleich zu den Gesamtkosten des Urlaubes kaum auswirken.

Sprit sparen, Sicherheit gewinnen

Kraftstoff ist ein teures Gut geworden. Wenn jeder Tankvorgang Magenschmerzen verursacht und die Preisspirale sich weiterdreht, schielt jeder Autofahrer nach dem günstigsten Preis. Neben der Suche nach der richtigen Tankstelle können sich jedoch auch eine passive Fahrweise und die richtige Vorbereitung des Fahrzeugs deutlich Kosten reduzierend auswirken.

Schon ein halbes Bar zu wenig Reifendruck erhöht den Spritverbrauch deutlich. Einen halben Liter Kraftstoff auf hundert Kilometer kostet diese Nachlässigkeit. Wer darauf verzichtet seine Winterreifen abzumontieren, muss einen ähnlichen zusätzlichen Verbrauch kalkulieren.

Aber nicht nur die äußeren Bedingungen, auch das individuelle Fahrverhalten wirkt sich unmittelbar auf den Spritverbrauch aus. Wer frühzeitig in den nächsten Gang schaltet, spart Kraftstoff.

Im Stand den Motor auszuschalten, lohnt sich eigentlich fast immer. Die Faustregel lautet, ab 15 Sekunden Wartezeit, spart man an dieser Stelle effektiv.

Rasen hingegen ist besonders teuer. Wer gemütlich ohne Stress und Hektik unterwegs ist, spart schnell mehrere Liter und erreicht den Urlaubsort erstaunlich kurze Zeit nach einem Raser.

Was viele nicht wissen: auch ein hoher Stromverbrauch im Kraftfahrzeug kostet Kraftstoff. Wer also viele elektrische Geräte betreibt, Stromabnehmer wie Laptop oder portable DVD-Player, aber auch die Klimaanlage oder im Winter die Standheizung, verbraucht deutlich mehr Sprit. Der Verbrauch einer Klimaanlage liegt bei etwa 1,5 Litern pro 100 Kilometer.

Viele Spritspartipps ergeben sich aus einer grundsätzlich passiven Fahrweise und die hat einen weiteren, nicht zu verachtenden Vorteil: Passives Fahren ist die beste Unfallverhütung. Wer hingegen aggressiv unterwegs ist, verursacht zusätzliche Kosten, sowohl an Sprit, als auch für Bußgeldbescheide oder gar Schäden an Fahrzeugen und Personen.

Richtig packen, entspannt reisen

Das Beladen eines Autos verstehen viele Männer als eine Wissenschaft. Und sie haben Recht damit, denn das richtige Packen erhöht nicht nur die Kapazität, es erhöht auch die Sicherheit des ganzen Fahrzeugs.

Grundsätzlich gilt: Dinge die während der Reise oder sofort am Urlaubsort gebraucht werden, dürfen nicht in der letzten Tasche im Kofferraum verstaut werden. Sie gehören in den Fahrgastraum, worauf auch beim Packen der Taschen schon zu achten ist.

Wer Gepäck am Heck oder auf dem Dach des Fahrzeugs transportieren möchte, sollte die entsprechenden Träger fachgerecht und absolut sicher montieren. Es lohnt sich immer, mehrmals nachzuprüfen, ob auch wirklich alles fest ist. Niemand möchte schließlich erfahren, dass die „Gegenstände auf der Fahrbahn“ aus dem Verkehrsfunk die eigenen sind.

Lose Gepäckstücke stellen bei einer Vollbremsung eine große Gefahr dar. Deshalb sollte bei einem Kombi der Kofferraum durch ein Netz oder Gitter abgesichert werden. Gepäck sollte man auch nicht bis unter das PKW-Dach stapeln. Im Falle einer Vollbremsung schießen sonst kleinere Teile ungebremst nach vorn und gefährden die Gesundheit aller Passagiere. Zudem verbaut man sich optimalerweise nicht den Rückspiegel, eine gute Rundumsicht ist wichtig für ein entspanntes Fahren.

Was beim Fahren immer zu beachten ist: Ein voll beladenes Fahrzeug verändert seine Fahreigenschaften deutlich. Der Schwerpunkt verlagert sich automatisch nach oben und hinten. Das ungewohnte Fahrgefühl verlangt ein bisschen Übung, denn auch das Kurvenverhalten ändert sich. Das erhöhte Gewicht verändert die Bremswirkung deutlich. Ein kräftigerer Tritt auf die Pedale ist nötig, um dieselbe Wirkung zu erzielen. Eine kurze Probefahrt mit voll beladenem Auto bietet sich an.

Reisen mit Kindern

Die Urlaubsreise mit Kindern stellt eine große Herausforderung dar. In diesem Fall ist besonders gut abzuwägen, ob sich eine Nachtfahrt lohnt. Der natürliche Schlafrhythmus der Kinder wird gestört, was sich später vermutlich in größerer Gereiztheit auswirkt Dass die Kinder weite Teile der Reise einfach verschlafen, kann aber auch ein großer Vorteil sein. Sie langweilen sich schnell und Langeweile ist für Eltern oft eine größere Herausforderung als die Autofahrt. Im Allgemeinen ist es aber besser, den Rhythmus der Kinder nicht durcheinander zu bringen, sondern die Fahrt an diesen Rhythmus anzupassen. Essen und Schlafen sind für Kinder besonders wichtig.

Schon beim Beladen des Fahrzeugs sollte man die Belange der Kinder immer im Auge behalten. Die Sitzposition sollte komfortabel sein und gleichzeitig die notwendige Sicherheit bieten. In fast allen europäischen Ländern sind Sicherheitssysteme wie etwa Kindersitze vorgeschrieben. Eine lange Autofahrt mit wenigen Reizen und ohne Bewegung wird von den meisten Kindern als sehr belastend empfunden. Trotz allen Mitgefühls sollte man ihrem Quengeln aber nicht nachgeben, Kinder müssen immer gesichert sitzen. Regelmäßige Pausen erleichtern Kindern wie Erwachsenen den Reisestress.

Achten sie darauf, dass die Kinder in den Pausen genügend Bewegung finden. Bereiten Sie einige kleine Bewegungsspiele vor, die sich auch für den Aufenthalt auf einem Rastplatz eignen. Scheuen Sie sich nicht die Zeit zu nutzen, um Hüpfkästchen aufzumalen oder Gummitwist zu spielen. Die Ruhe und Gelassenheit, mit der Sie vorgehen, wird sich auch auf ihre Kinder übertragen.

Spiele für unterwegs

Zwei Arten von Spielen sollten Sie für die Reise vorbereiten: In den Fahrtpausen brauchen Kinder Bewegung, sie sollen hüpfen, springen und wenn der Platz reicht, auch ein Stück laufen können. So bauen sie Energie ab und sind im Auto ruhiger, vielleicht sogar müde.

Im Auto hingegen setzt man vor allem auf Ablenkung, denn „Mami, mir ist langweilig.“ ist ein Spruch, der auf einer längeren Autofahrt nicht lange auf sich warten lässt. Es gibt jedoch zahlreiche Spiele, die kein oder wenig Zubehör benötigen und im Zweifelsfall sogar den Eltern Spaß bereiten.

Gemeinsam kann man beispielsweise eine Wörterkette bilden. Jeder nennt ein zusammengesetztes Substantiv, wobei man den zweiten Teil des alten immer als Anfang des neuen Wortes nimmt. Kinder zeigen bei diesem Spiel sehr viel Kreativität. Das Spiel „Ich packe einen Koffer“ eignet sich genauso wie das Aufsagen von Zungenbrechern oder Teekesselchen.

Auf Autofahrten sind natürlich Kennzeichenspiele besonders beliebt. Das einfachste ist das Kennzeichenraten, es wird jedoch schnell unbefriedigend, wenn man keinen Autoatlas mit der Auflösung parat hat. Alternativ kann man aus den Buchstaben der Kennzeichen auch Sätze bilden oder die Zahlen addieren.

Gemeinsam zu singen ist auch eine Variante, man sollte jedoch darauf achten, dabei den Fahrer nicht zu sehr zu beschäftigen oder zu belasten. Sind die Kinder relativ ruhig oder müde, kann man Langeweile auch durch Hörspiele oder Musikkassetten vertreiben.

Eingeschränkt geeignet sind Zeichen- und Schreibspiele oder Bücher. Gerade Kinder neigen leider zur Reisekrankheit, wenn sie während der Fahrt die ganze Zeit nach unten schauen. Gesellschaftsspiele, Schiffe versenken etc. sind deshalb nur eingeschränkt zu empfehlen.

Richtig Essen und Trinken

Alle Ernährungsextreme sind vor Fahrtantritt auszuschließen. Zu deftig oder zu süß sollte man sich schon sonst nicht ernähren. Wenn man am nächsten Tag auf große Fahrt geht, ist es ganz besonders wichtig, auf ausgewogene und leicht bekömmliche Kost zu achten.

Vor allem sollte man darauf Wert legen, dass alle Mitreisenden genügend trinken, denn zu wenig Flüssigkeit, Hitze und die schlechte Luft in einem PKW führen häufig zu einer Kreislaufschwäche und damit zu einer unliebsamen Unterbrechung der Urlaubsfahrt. Jeder sollte trinken können, wann immer er möchte, um seinen Durst zu stillen.

Die Getränke sollten gekühlt, aber nicht zu kalt sein.Es eignen sich zuckerlose Tees und verdünnte Fruchtsäfte, auch stilles Mineralwasser ist zu empfehlen.

Wichtig ist die Verwendung von Plastikflaschen im Auto. Bei einer Vollbremsung kann die Wucht einer Glasflasche den Trinkenden schnell ein paar Zähne kosten. Zerbrechende Glasflaschen können darüber hinaus auch zu bösen Schnittwunden führen und einen Arztbesuch nach sich ziehen.

Gegen den Hunger eignen sich dünn belegte Brote und vor allem Gemüse und Obst. So wird der Körper ausreichend mit wichtigen Nährstoffen versorgt, aber nicht belastet. Da die Magen- und Darmtätigkeit durch das lange Sitzen eingeschränkt ist, sollte man sich und den Kreislauf nicht durch schweres Essen zusätzlich belasten.

Obst sollte nicht erst im Auto geschnitten werden, sondern bereits vorbereitet sein – die Gefahr einer Verletzung wäre sonst viel zu groß. Gut eignen sich Äpfel, Bananen, Erdbeeren oder beispielsweise Möhren, da sie keiner umständlichen Vorbereitung bedürfen. Besonders Süßes oder Salziges, dazu gehört auch jede Art von Limonade, löschen den Durst nicht, sondern vergrößern ihn nur.

Mit Tieren reisen

Für Haustiere stellt die Urlaubsfahrt eine ungewohnte Stresssituation dar. Am besten bekommt Hunden eine längere Reise, denn sie sind das Autofahren im Allgemeinen schon gewohnt und haben gelernt, sich auf kleinem Raum ruhig zu verhalten.

Tiere dürfen sich während der Fahrt nicht frei im Fahrzeug bewegen. Sie lenken den Fahrer ab oder entwickeln sich bei einem Unfall zu einem nicht kalkulierbaren Risiko.

Idealerweise werden Tiere in Transportboxen befördert. Sie sollten ihrer Größe angemessen sein und schattig, nicht in der vollen Sonne stehen. Ein sicherer Stellplatz im Fußraum bietet sich an.

Ein größerer Hund wird meist im Kofferraum eines Kombis untergebracht. Dieser sollte unbedingt durch ein Netz oder Gitter von den Sitzplätzen abgetrennt sein. Außerdem darf man nicht vergessen, den Bewegungsfreiraum und die Sicherheit des Hundes nicht durch bewegliches Gepäck o.ä. einzuschränken.

Im Ausland gelten ganz unterschiedliche Bestimmungen für die Einfuhr von Tieren, Kampfhundeverordnungen beispielsweise sind inzwischen weit verbreitet und unterscheiden sich recht deutlich. Ein Hund, der in Deutschland zugelassen ist, wird in den Niederlanden oder Frankreich eventuell beschlagnahmt und in Einzelfällen sogar eingeschläfert. Die dazugehörigen Regeln sind leider sehr uneinheitlich. Auch über die Notwendigkeit von Impfungen für seine Tiere sollte man sich frühzeitig informieren.

Tiere brauchen, wie Kinder häufige Bewegungspausen und dürfen im Auto nie allein gelassen werden, schon gar nicht ohne Frischluftzufuhr. Schon bei vergleichsweise milden Temperaturen kann sich ein Auto im Sonnenschein derart aufheizen, dass Lebensgefahr besteht.

Nachts gestartet, früh am Urlaubsort

Eine beliebte Taktik, den Urlaubsort ohne Staus und Stress zu erreichen, ist die Nachtfahrt. Doch ob man sich diesen Stress antut, sollte man sich zweimal überlegen. Auch wenn es theoretisch sehr verlockend ist, bereits abends oder sehr zeitig am Morgen loszufahren, in der Praxis stellt sich dieses Vorgehen häufig als ausgesprochen strapaziös heraus.

Die fehlende Sicht bei Nacht macht eine lange Fahrt sehr anstrengend. Brillenträger werden zusätzlich durch Spiegelungen belastet, auch wenn ihnen das objektiv nicht auffällt. Viele Menschen reagieren sehr empfindlich auf das blendende Licht des Gegenverkehrs. Nur wer wirklich in der Lage ist, nachts zu fahren und außerdem komplett ausgeruht ist, sollte die Strapazen auf sich nehmen.

Eine Nachtfahrt ist nicht nur für den Fahrer anstrengend. Auch die Mitfahrer verlieren an Kraft. Selbst wenn sie schlafen können ist dieser Schlaf leicht und nur wenig erholsam; die dauernde Sitzposition ist zudem schlecht für den Kreislauf.

Eine Alternative zur Nachtfahrt ist die Fahrt an einem der verkehrsgünstigen Tage. Die liegen naturgemäß in der Mitte der Woche und der Urlaub muss konkret nach ihnen ausgerichtet werden. Die meisten Urlauber sind jedoch nach wie vor freitags oder sonnabends unterwegs.

In den frühen Morgenstunden, zwischen zwei und fünf Uhr, hat der menschliche Kreislauf seinen Tiefpunkt. Zu dieser Zeit ist es ausgesprochen schwer, sich wach und konzentriert zu halten. Wer um diese Zeit schon unterwegs ist, kann sich eventuell mit Koffein behelfen; wer jedoch noch unterwegs ist, sollte zwingend eine Schlafpause einlegen. Die hilft, auch wenn sie nur kurz ist. Körper und Geist können sich schon in kurzer Zeit zufriedenstellend erholen.

Richtig Pause machen

Wer Nerven schonend unterwegs sein und auch noch entspannt am Urlaubsort ankommen möchte, der sollte auch die Fahrt selbst hinreichend planen. Dazu gehört es, sich über die Gegebenheiten der Strecke zu informieren – nicht nur über Autobahnkreuze und Staugefahren, sondern auch über Rastplätze, Sehenswürdigkeiten, Badeseen etc. So kann man schon die Fahrt selbst zu einem Erlebnis machen.

Grundsätzlich sollte man sich nicht auf den Weg machen, wenn alle Urlauber das tun. Denn dann staut es sich nicht nur auf den Autobahnen, sondern zusätzlich auch auf den Rastplätzen. An Kassen und Toiletten entstehen lange Warteschlangen und die fröhliche Urlaubsstimmung ist schnell dahin.

Pause machen, das heißt nicht nur „Essen fassen“. Bevor man seinen Kreislauf mit Nahrung beschäftigt, sollte man ihm ein wenig Bewegung gönnen. Das müssen keine besonderen sportlichen Betätigungen sein. Einige Kniebeugen und den Rastplatz einmal abzulaufen, ist für den Körper eine Wohltat. Bei Spielen mit Kindern sollte man besondere Vorsicht walten lassen, die fahrenden Autos sind nicht weit entfernt. Sicherer ist ein eventuell vorhandener Spielplatz.

Alle zwei bis drei Stunden ist eine Pause wirklich vonnöten. Auch wenn man sich bereits kurz vor dem Urlaubsort befindet, sollte man sich diese Zeit gönnen. So wird der Fahrer wieder frisch und wach und die Mitfahrer haben Gelegenheit Energien abzubauen oder den Kreislauf in Schwung zu bringen. Spätestens nach zehn Stunden Fahrt ist ein längerer Aufenthalt mit Übernachtung zu Regeneration angeraten.

Den Stau umgehen

Wer seinen Urlaub nicht auf die typischen Ferienzeiten legt, erspart sich schon grundsätzlich viele Staurisiken. Wer zudem unterwegs einen Radiosender einschaltet, der Verkehrsfunk überträgt, wird meist rechtzeitig vor Staus gewarnt. Oft lohnt es sich nicht, mühsam und hektisch eine Alternative auszutüfteln, da auch Ausweichrouten schnell überfüllt sind. Das Abhören des Verkehrsfunks warnt jedoch und verhindert so, dass man unvorbereitet ein Stauende erreicht und vielleicht eine Gefahrenbremsung vollziehen muss.

Es gibt Autobahnabschnitte, die besonders stark frequentiert und deshalb für ihre Staugefahr berüchtigt sind. Wer sie kennt, kann sich für den Fall der Fälle bereits eine Alternativroute zurechtlegen, auf die dann unkompliziert ausgewichen werden kann. Wahlweise eignet sich dafür ein Navigationsgerät, es kostet heutzutage nicht mehr die Welt und ist ein nimmermüder Helfer.

Natürlich kann man aber auch selbst dazu beitragen, Staus zu verhindern. Dazu gehört es beispielsweise, an einem Reißverschlusssystem vorschriftsmäßig mitzuwirken und nicht verfrüht und hektisch die Spur zu wechseln. Auch Skeptiker müssen feststellen, dass es problemlos funktioniert.

Im Stop-and-go sollte man keine großen Lücken zwischen einzelnen Fahrzeugen reißen lassen. Die entstehenden Beschleunigungsräume provozieren Auffahrunfälle geradezu.

Auch im Stau sollte man die Sicherheitsabstände immer einhalten, insbesondere am Stauende. Um Komplikationen zu vermeiden, informiert man die hinter einem Fahrenden kurz mit der Warnblinkanlage.

Wer sich in einem Stau befindet, sollte so geistesgegenwärtig sein und an eine Gasse für die Rettungsfahrzeuge denken. Bei dreispurigen Autobahnen liegt sie zwischen den Überholspuren, weil sich dort vor allem flexible Pkws befinden.

Entspannt Reisen

Mit dem Auto, aber ohne Stress zu reisen ist eine Empfehlung, die sich oft nicht leicht umsetzen lässt. Es gibt jedoch Alternativen, die schon zwangsweise den Entspannungsfaktor erhöhen.

Die Reise mit dem Autozug ist sehr bequem. Statt Stress und Stau bucht man ein eigenes Abteil für die Familie und kann sich im Zug bequem bewegen, die Toilette benutzen, spielen, essen, trinken, schlafen und dank moderner Medien oft sogar fernsehen. In die Kostenkalkulation sollte man beispielsweise auch die Mautgebühr einbeziehen, die man durch die Benutzung eines Autozuges einspart.

Die Fahrt mit dem Zug dauert natürlich länger als die Fahrt mit dem PKW, doch der Erholungswert ist ungleich höher. Der Urlaub fängt schon mit Beginn der Reise an. Der Autozug ist in den meisten Fällen teurer als die Fahrt mit dem PKW, spart aber gerade bei langen Strecken viele Nerven und viel Energie.

Auch mit einem eigenen Wohnmobil erreicht man den Urlaubsort entspannter. In der Regel verläuft die Fahrt gemächlicher, da die Geschwindigkeiten eines PKW nicht erreicht werden können. Seine wahren Stärken spielt das Wohnmobil jedoch in den Pausen aus. Denn hier muss man sich den Platz für ein Nickerchen nicht erst suchen, den hat man immer dabei. So steht einem halbstündigen Überschlafen überhaupt nichts im Wege.

Für die Mitreisenden ist insbesondere die Fahrt an einem Tisch von Vorteil. Hier kann man bequem lesen, schreiben und spielen und allen Möglichkeiten der Abwechslung und des Zeitvertreibs ungehindert nachgehen.

Auslandsreisen

Für den Urlaub im Ausland gilt es einige Besonderheiten zu beachten. So lohnt es sich beispielsweise, das Ferienland auf Feiertage zu überprüfen, die genau in der geplanten Urlaubszeit liegen, denn dann haben dortige Geschäfte und Banken meist geschlossen. Auch die Ferientermine des Urlaubslandes sollte man überprüfen, sonst gerät man in Staus, die man in Deutschland durch mühsame Planung zu umgehen versuchte.

Die Verkehrsvorschriften in den einzelnen Ländern sind nur bei oberflächlicher Betrachtung ähnlich. Wer genauer hinschaut, wird entscheidende Unterschiede feststellen. Besonders deutlich wird dies bei der Zahlung von Bußgeldern. Hier kommt man in Deutschland vergleichsweise glimpflich davon. In anderen europäischen Ländern wird häufig ein Vielfaches an Zahlung fällig. Besonders in Skandinavien wird schnelles Fahren teuer erkauft und im Gegensatz zu Deutschland kann falsches Parken schnell 80 Euro oder mehr kosten.

Ab 2009 können Geldbußen aus allen europäischen Ländern auch in Deutschland vollstreckt werden. Bis dahin ist man auf der sicheren Seite, sobald man wieder in Deutschland angekommen ist. Davon ausgenommen ist Österreich: österreichische Bußgeldbescheide können schon heute in Deutschland vollstreckt werden.

Im Falle eines Unfalls gelten im europäischen Ausland im Prinzip dieselben Regeln wie in Deutschland. Natürlich sichert man die Unfallstelle für den nachfolgenden Verkehr und natürlich notiert man die Daten des Unfallgegners. In Osteuropa sollte man immer die Polizei hinzuziehen, bei Unfällen mit Personenschäden oder hohem Sachschaden empfiehlt sich das grundsätzlich. Eine Reisekrankenversicherung und ein Autoschutzbrief stellen im Zweifelsfall eine nicht zu unterschätzende Investition dar.

Die Reiseapotheke

Die Reiseapotheke ist ein sehr wichtiger Bestandteil des Urlaubs. Im Idealfall wird sie gar nicht gebraucht, doch es ist immer gut, im Notfall auf eine gute Ausstattung zurückgreifen zu können.

Man stelle sich die Schwierigkeiten im Ausland vor, wenn man mit großen Schmerzen oder einer einschränkenden Magen-Darm-Erkrankung auf die Suche nach einer Apotheke geht und dort mit Händen und Füßen zu erklären versucht, welches Produkt man kaufen möchte.

Eine gute Reiseapotheke enthält Verbandszeug, um kleinere und größere Wunden zu versorgen und außerdem eine Reihe von Medikamenten, die eine stärkere Erkrankung verhindern können.

Das Verbandszeug wird durch eine Schere und Pflaster in verschiedenen Größen ergänzt. Gerade wenn Kinder mit in den Urlaub fahren, sollte auch ein Fieberthermometer zur Ausstattung gehören. Für die Entfernung von Holzsplittern oder auch Zecken ist eine Pinzette äußerst sinnvoll.

Benötigt ein Familienmitglied Medikamente regelmäßig, sollte es selbstverständlich sein und vor Fahrtantritt noch einmal überprüft werden, dass diese in ausreichender Menge vorhanden sind.

Darüber hinaus bietet es sich an, ein Mittel gegen Schmerz und Fieber sowie eine Wundsalbe einzustecken. Sonnen- und Insektenschutz sollten gerade in den Sommermonaten immer mit dabei sein. Mittel gegen Reiseübelkeit sind je nach Bedarf auszuwählen und es lohnt sich immer, Mittel gegen Erbrechen und Durchfall im Gepäck zu haben.

Die Reiseapotheke kann im Zweifelsfall durch den grundsätzlich im Auto befindlichen Verbandskasten ergänzt werden. Man sollte nicht vergessen, ihn schnellst möglich wieder aufzufüllen.

Versicherungen

Es schadet nicht, in die Urlaubsplanung auch Überlegungen zu einer richtigen Absicherung einzubeziehen, denn nicht alle Versicherungen gelten auch in der Freizeit oder im jeweiligen Urlaubsland.

Die Haftpflichtversicherungen greift in europäischen Ländern einheitlich bis zur vereinbarten Deckungssumme. Wer in Länder reisen möchte, die (noch) nicht zu Europa gehören, muss für denselben Versicherungsschutz die Grüne Versicherungskarte mitführen. Diese muss zudem vom Versicherer gültig datiert und unterschrieben sein. Es empfiehlt sich, die grüne Karte grundsätzlich dabei zu haben, denn auch in anderen Ländern ist sie ein geeigneter Nachweis des Versicherungsschutzes für das eigene Fahrzeug.

Wer im Ausland in einen Unfall verwickelt wird, tut gut daran, auf einen europäischen Unfallbericht zurückzugreifen. Dieser ist mehrsprachig und wird einheitlich anerkannt, er erleichtert die Abwicklung enorm.

Da die gesetzlichen Krankenkassen für Krankheitsfälle im Ausland nur eingeschränkt aufkommen, empfiehlt sich der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung, die im Zweifelsfall Behandlungskosten, Krankenhausaufenthalte oder einen Rücktransport nach Deutschland übernimmt. Natürlich hofft man, sie nie in Anspruch nehmen zu müssen, doch sie kostet nur wenige Euro und im Schadensfall leistet sie unbezahlbare Hilfe.

Wer im Urlaub aktiv Sport treibt, sollte auch den Abschluss einer privaten Unfallversicherung überdenken. Der Urlaub fällt zweifelsfrei in die Freizeit, deshalb greift die gesetzliche Unfallversicherung an dieser Stelle nicht.