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Der Käfer – läuft und läuft und läuft

Der Werbespruch für den VW Käfer ist, wie der Wagen auch, zum Selbstläufer geworden. Lange Zeit war der VW Käfer mit über 21 Millionen Exemplaren das meistverkaufte Auto der Welt. Dieser Rekord wurde erst vom Nachfolger, dem Golf eingestellt.


Erste Käfer-ähnliche Studien gab es schon 1925, doch die eigentliche Geschichte des Käfers begann 1938, als Adolf Hitler den Grundstein für das erste Volkswagen-Werk in Braunschweig legte. Die Stadt ist nicht wie andere Orte über Jahrhunderte gewachsen, sondern wurde am Reißbrett geplant und auf der grünen Wiese für das Volkswagen-Werk aus dem Boden gestampft. Der Volkswagen Typ 1 oder KdF(Kraft durch Freude)-Wagen sollte nach Hitlers Vorstellungen das deutsche Volk mobil machen. Dazu sollte es rund 100 km/h Dauergeschwindigkeit halten können, mindestens 4 Personen ausreichend Platz bieten und weniger als 1.000 Reichsmark kosten. Schließlich wollten die Autobahnen bevölkert werden.

Charakteristisch für den Käfer waren viele Dinge. Zum einen sein knuffiges Aussehen, die runden Formen und sein menschliches Gesicht. Man sah ihn einfach als guten Freund. Das wurde in mehreren amerikanischen und deutschen Kinofilmen auf die Spitze getrieben. Als Herbie (USA) und als Dudu (BRD) spielte der Käfer die Hauptrolle. In allerlei Abenteuern stand er seinen menschlichen Fahrer denkend und selbsttätig lenkend zur Seite. Im Laufe der Produktionsjahre wurden viele Details verändert. Vom zweigeteilten „Brezel“-Heckfenster über das kleine ovale Fenster, das den „Ovali“-Modellen ihren Namen gegeben hat bis hin zur modern großen Heckscheibe. Eines blieb jedoch trotz aller Veränderungen immer gleich. Alle Käfer werden von einem luftgekühlten Boxermotor angetrieben. Diese Bauweise gab dem Käfer nicht nur einen charakteristischen Motorklang, sondern sorgte bei vielen Tankwarten auf der ganzen Welt für erheiternden Momente.

VW Käfer

VW Käfer @iStockphoto/Christopher Ames

Immer wieder wurden sie nach der Öffnung für das Kühlwasser gefragt. Durch die Luftkühlung musste man zwar nicht auf den Stand des Kühlwassers achten und auch im Winter kein Frostschutzmittel einfüllen, sie führte aber auch zu klassischen Problemen. Beim Vollgas auf der Autobahn reichte die Luftkühlung nicht immer aus, so dass es zu Motorschäden durch Überhitzung kam. Darum spendierte Volkswagen dem Käfer ab 1971 eine neue Motorhaube mit mehr Luftschlitzen. 1974 wurde die Käfermontage nach Emden verlegt, da die Bänder in Wolfsburg nun den Golf produzierten. Eine Zeitlang wurden beide Wagen parallel angeboten, doch ab 1978 wurden keine neuen Käfer mehr in Deutschland produziert. Neuwagen für Deutschland importierte VW jetzt aus Mexiko, wo 1981 der 20-millionste Käfer vom Band lief. Die letzten offiziellen Importe fanden 1985 statt. In diesem Jahr kam das Sondermodell „50 Jahre Käfer“ auf den Markt. Ab 2003 wurde die Produktion weltweit eingestellt. Selbst in Brasilien, Mexiko oder Südafrika konnte man jetzt keinen neuen Käfer mehr kaufen. Damit endete die Produktion eines der erfolgreichsten Automodelle aller Zeiten. Fünfzig Jahre lang prägte der Käfer das Straßenbild in vielen Ländern. Als Privatwagen, aber auch als Feuerwehr- oder Polizeifahrzeug, als Taxi oder Postwagen. Und bei der Menge seiner Liebhaber, die ihn hegen und pflegen, wird man ihn noch viele Jahre lang auf unseren Straßen antreffen können.