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Gefahren beim Online-Autokauf

Das Internet ist nicht nur mehr eine Plattform zur Informationsbeschaffung, schon seit längerem hat sich hier der Kauf und Verkauf verschiedenster Waren etabliert und dazu gehört schon seit den Anfängen auch der An- und Verkauf von Kraftfahrzeugen, vor allem natürlich von Gebrauchtwagen. Ob in virtuellen Auktionshäusern oder aber in riesigen Gebrauchtwagenmärkten im Internet, vielerlei Möglichkeiten gibt es hier für ehrliche Käufer und Verkäufer, mit Autos zu handeln, aber ebenso beliebt sind diese Märkte auch für Betrüger und Abzocker.

Gefahr droht aus dem Ausland
Sehr beliebt bei Abzockern ist dabei die Masche, sich aus dem scheinbar sicheren Ausland an die ehrlichen Käufer und auch Verkäufer zu wenden. Ist dabei der Geschädigte auf der Suche nach einem Auto, so wird vorallem mit offensichtlichen Schnäppchen weit unter dem eigentlichen Verkaufspreis geworben, wobei natürlich teure Neuwagen gerne als Lockmodell genutzt werden. Damit sich der Kunde in Sicherheit wägt, wird die Zahlung des Kaufpreises über eine Spedition angeboten, welches scheinbar seriös rüberkommt.

Diese Spedition verschwindet dann aber prompt kurze Zeit nach der Überweisung des Betrages mitsamt Internetadresse und sonstigen Anschriften, um hinterher an anderer Stelle wieder aufzutauchen. Da die Firma ihren Sitz im Ausland hatte, ist es oftmals nur in langjährigen Prozessen überhaupt möglich, wieder an sein Geld zu kommen, oftmals bleibt der Versuch vergeblich.

Ebenso beliebt ist auch die Masche sich aus dem Ausland an die Verkäufer eines Gebrauchtwagen zu wenden. Dieser wird mit einem Scheck geködert, welcher mit einem deutlich höheren Betrag dotiert ist, als der ausgemachte Verkaufspreis des Wagens. Der Verkäufer wird dann gebeten, die Differenz zu überweisen und natürlich auch das Auto dann zu verschiffen. Nach kurzer Zeit platzt dann der Scheck und sowohl der überwiesene Betrag als auch Auto sind hoffnungslos verloren.

Autokauf

Autokauf @iStockphoto/Mark Evans

Persönlichen Kontakt zum Verkäufer suchen
Wer auf der Suche nach einem Wagen ist, der sollte immer auf einem persönlichen Treffen bestehen, bevor es zu irgendwelchen Zahlungen kommt. Dies hat mehrere Gründe. Zuerst einmal muss natürlich das Auto selbst vom Käufer persönlich begutachtet werden, denn nichts ist schlimmer als ein Autokauf über das Internet, ohne das Auto jemals persönlich gesehen zu haben. Zweifelsfrei bieten Fotos und auch Videos einen ersten Überblick über den Zustand des Autos, aber wirklich aussagekräftig sind sie selten. Besonders Mängel nicht optischer Natur können so nicht entdeckt werden, nur eine persönliche Kontrolle kann eine erste Klarheit darüber verschaffen, ob sich Motor, Bremsen und Fahrwerk sowie weitere Teile im guten Zustand befinden. Ideal wäre natürlich wie bei jedem Kauf der Einsatz eines objektiven Experten und eine anschliessende Probefahrt. Ebenso wichtig ist es aber auch, um den Geldtransfer möglichst sicher abzuschliessen. Konkret sollte es immer gelten, Geld nur direkt gegen das Fahrzeug mit allen notwendigen Papieren und Kaufvertrag. Sonstige Zahlungsarten sind dagegen sehr unpassend bei einem Handel mit einer unbekannten Person, besonders bei hohen Beträgen. Besonders Vorkasse aber auch der Einsatz von sogenannten Treuhandkonten ist hierbei äußerst unangebracht und sollte nur zum Einsatz kommen, wenn der Verkäufer auch hundertprozentig seriös erscheint, etwa ein renomierter Autohändler ist.

Falsche Versprechungen
Besondere Vorsicht ist dem Suchenden geboten, wenn er im Internet auf diverse Schnäppchen trifft, etwa wenn Neuwagen weit unterhalb ihres Neupreises gehandelt werden oder auch Gebrauchtwagen einen absolut unverhaltnismäßigen Kaufpreis haben. Viele Möglichkeiten zur Manipulation sind hier geboten, beispielsweise könnte das Auto schlimmstenfalls gestohlen sein oder aber es hat dermassen gravierende Mängel, dass mit diesem Wagen eigentlich gar nicht mehr gefahren werden dürfte. Auch TÜV-Plaketten sind dabei keine Sicherheit, denn nicht selten wird auch hier geschummelt, entweder mit gekauften Plaketten oder mit gefälschten Plaketten und Dokumenten.

Auch die Manipulation der eigentlichen Fahrleistung des Wagens ist eine gängige Methode für Abzocker und vielen geprellten Kunden fällt nicht einmal auf, dass ihr Wagen schon mehrere zehntausend Kilometer mehr auf dem Buckel haben, bis zum ersten Mal eine Werkstatt besucht werden muss und der Verschleiß Bände spricht. Besonders dreist ist natürlich auch die Methode, dass dem Kunden einfach ein anderes Modell präsentiert wird, als es in den Papieren beschrieben steht. Optisch mag es keine Unterschiede geben, aber vor allem in der Motorisierung und sonstigen Ausstattung gibt es dann Unterschiede, die den Kaufpreis dann zu hoch werden lassen. Nicht selten werden Dokumente gefälscht, ein Vergleich mit der Fahrgestellnummer oder dem Motorkennzeichen ist von daher immer sinnvoll, besonders beim Kauf über das Internet.

Vertrauenswürdige Verkäufer
Viele Fahrzeugmärkte bieten die Möglichkeit, dass vorallem die großen Händler bewertet werden können, sodass andere Kunden erkennen können, wie vertrauenswürdig der Verkäufer auch in Wirklichkeit ist. Auch ohne diese Bewertungen kann der Käufer erkennen, inwiefern hier dem Verkäufer vertraut werden kann. Bestes Indiz ist eine Festnetznummer bei privaten Verkäufern und bei gewerblichen Händlern eine ordentliche Homepage mit aussagekräftiger Firmenadresse.

Dennoch sollte immer persönlicher Kontakt aufgenommen werden, um das Fahrzeug zu überprüfen. Hierbei sollten sie darauf achten, sich nicht von dem Verkäufer um den Finger wickeln zu lassen, um ganz objektiv und in Ruhe den Wagen besichtigen können. Besteht vollste Zufriedenheit und wurde der endgültige Kaufpreis ausgehandelt, hilft ein Mustervertrag wie etwa vom ADAC zum ordnungsgemäßem Handel, bei dem dann Papiere und Wagen gegen Geld getauscht werden können.