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Fiat 500 – 16 PS wurden erwachsen

Seit einiger Zeit ist er wieder zu haben und schon wurde er zum Auto des Jahres 2008 gewählt: Der Fiat 500, der große Kleine, dessen Wiedergeburt gebührend gefeiert wird. Für Fiat bedeutet dies bereits den 9. Sieg in der Kategorie „Car of the Year“ seit 1964.


Als alles begann
1957 schlug die Geburtsstunde des Steyr-Puch 500 im österreichischen Graz-Thondorf. 60.000 Stück liefen dort innerhalb von 18 Jahren von Band und fanden reißenden Absatz in Österreich und Deutschland. Obwohl der Kleine lediglich 16 Pferde unter seiner Motorhaube verbarg, erreichte er eine Geschwindigkeit von knappen 100 Stundenkilometern. Er galt aufgrund seiner Größe als perfekter Stadtflitzer und eroberte im Nu die Herzen einer ganzen Generation.

Zum 50. Geburtstag des legendären Steyr-Puch 500 wurde der Fiat 500 als Nachfolger des letzten Fiat-Kleinstwagen Cinquecento in Produktion geschickt und lässt auch heute, 50 Jahre danach nicht nur Frauenherzen höher schlagen. Was macht den kleinen Fiat nun so beliebt, was bietet er und vor allem zu welchem Preis?

The young generation
Fiat setzt voll auf Junge und Junggebliebene als Zielgruppe. Dies merkt man rasch, sobald man die Webseite des neuen Fiat 500 öffnet. Man wird mit saloppem „Du“ angesprochen, ein freches spritziges Auto wird einem präsentiert, das man sich dank Car-Konfigurator nach Herzenslust selbst zusammenstellen kann. 12 Lackierungen, 3 verschiedene Motoren (69 und 100 PS Benzinmotor sowie 75 PS Multijet-Diesel mit wartungsfreiem Dieselpartikelfilter) und zahlreiche Details wie elektrisches Panoramadach und Chromdekor-Paket stehen dort zur Auswahl. Der Tankinhalt lässt mit 35 Liter Füllvermögen Gott sei Dank keine horrenden Rechnungen an der Tankstelle zu, er ist zudem recht sparsam und verbraucht je nach Modell zwischen 4,2 und 6,3 Liter Treibstoff.


Fiat 500

Fiat 500 @iStockphoto/Loic Bernard

Technische Facts
Beim Blick auf die Preis- und Datenlisten des Fiat 500 fühlt man leichte Nostalgie aufkommen, ähnelt doch die gewählte Schriftart dem Schrifttyp einer alten Schreibmaschine. Leider verflüchtigt sich der nostalgische Hauch beim Blick auf den Basispreis. Konnte man nach Einführung des Steyr-Puch 500 die Knutschkugel bereits um umgerechnet knappe € 1.800 erstehen, so muss man 50 Jahre später stolze € 10.500 für das günstigste Modell in der Basisausstattung hinblättern. Allerdings ist um diesen Preis bereits die Stoßstange in Wagenfarbe lackiert sowie die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sowie ein CD-Radio mit MP3-Funktion inkludiert. Auch auf die Sicherheit der Insassen wird dank einem hervorragenden Sicherheitspaket wie ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Fahrer- und Beifahrer-Kopfairbags, Seitenairbags vorne, sowie – einzigartig in seiner Kategorie – Knie-Airbags Wert gelegt. Dieser Umstand verschaffte ihm beim „EuroNCAP Crash-Test“ die Bestnote von 5 Sternen.

Will man allerdings Klimaanlage und Leichtmetallräder dazubestellen, so sind dafür mindestens € 1.600 hinzu zu zahlen. Auch die dem Original angepasste Perlmutt-Lackierung ist mit € 1.000 extra zu bezahlen. Hätte man dann noch gerne die Innenausstattung in Leder, so sind weitere € 1.200 dafür fällig. Verlockend ist auch der edle Parfumspender, jedoch mit € 88,– auch nicht unbedingt ein Schnäppchen. Doch spätestens bei der ersten Ausfahrt mit dem faszinierenden Retromodell sind all diese Preise vergessen. Man verspürt in dem auf 3,55 Meter gewachsenen Fiat 500 die pure Lust am Fahren und weiß, wie sich die legendären 50-er Jahre angefühlt haben müssen. Das ist Kult!