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Auto 2020: Fahren wie 007?

Geheimagent James Bond (007) bevorzugt seit eh und je fortschrittliche Autos. Die Sportwagen sind kugelsicher oder mit Spikesreifen ausgestattet. Sie haben ein perfektes Navigationssystem oder bewegen sich ferngesteuert. Sie schwimmen oder tauchen ab und sind bewaffnet. Und manchmal fliegen sie – eine Böschung hinunter. Doch: Was kann das Auto der Zukunft wirklich?

Hangar statt Garage: Moller Skycar
Vielleicht wirklich fliegen. So wollen es die Entwickler des Moller Skycar – eine Art Helikopter, der vertikal starten und landen kann. Die Macher des Leichtbau-Flugzeuges sehen ihr Werk als künftigen Ersatz des Autos. Vier Turbinen treiben es an. Die Leistung beträgt – so der Hersteller – 530 kW (721 PS). Kraft genug um seine Insassen – maximal vier an der Zahl – von einem Ort zum anderen mit höchstens 442 km/h zu „chauffieren“. Dabei lässt sich die Landschaft aus einer Flughöhe von maximal 9000 Metern betrachten und kalt lächelnd jeden Stau begrinsen. Natürlich können kurze Strecken auch auf dem Asphalt zurückgelegt werden. Der Haken an der Sache – außer dem Preis (ca. 250.000 Euro) – der „Fahrer“ braucht einen gültigen Pilotenschein.

Die Autos sprechen miteinander
Kehren wir also auf den Boden der Tatsachen zurück. Navigationsgeräte, Nachtsichtgeräte, Spurwechsel- oder Spurverlassenswarner, Head-up-Display oder Sprachsteuerung haben bereits in Serienproduktion Einzug gefunden. Auf ihre Technologie kann man aufbauen. Neu sind Fahrerhilfssysteme, die mit Kameras oder Laserscannern die Umgebung beäugen und etwa vor querenden Zweiradfahrern warnen. Aber auch die Verständigung von Fahrzeug zu Fahrzeug ist auf dem Vormarsch. Einzelne Verkehrsmittel sammeln Infos und geben diese an andere per Funk weiter. So erfolgt rechtzeitig eine Sensibilisierung des Fahrers für Gefahrensituationen. Weiterentwickelt könnte das heilige Blechle sogar eigenständig in der Welt herumfahren. Der Fahrer darf sich dann während des Fahrens anderen Dingen widmen, der Computer mutiert zum Fahrer.

Umweltverträglichkeit durch Motorentechnik und neue Materialien
Fortschritte in der Motorentechnik, Kombinationen aus Verbrennungstriebwerk und Elektro- oder Wasserstoffmotor, aber auch die Brennstoffzelle (bei ausreichender Infrastruktur) werden bis zum Jahr 2020 zunehmend die PS liefern, um den derzeit geforderten Schadstoffausstoß von 125g/km CO2 zu erreichen. Zu diesem Zwecke könnten dann auch Flüssig- oder Erdgas, Bio-Ethanol, Diesel aus Biomasse et cetera getankt werden. Aber auch die Verbindung zwischen Diesel- und Benzinmaschine sowie das reine Elektroauto haben gute Zukunftschancen.

Auto verkauft sich auch über Design
Chancen bieten sich auch für die Sicherheit des Autos. So werden neue Materialien (faserverstärkte Kunststoffe mit integrierter Lackierung, Magnesium und Aluminium, besondere Stähle, Metallschäume) das Fahrzeuggewicht reduzieren. Grundlegend verändern wird sich auch die Bremsentechnik: Künftig werden rein elektromechanische Systeme den Wagen in Schach halten. Ebenfalls eine Weiterentwicklung werden die Reifen und die Stoßdämpfung erfahren. Die Pneus werden leichter laufen, ohne Ruß hergestellt werden und einen geringeren Reifenabrieb haben. Doch was, wenn das Design nicht gefällt? Deshalb wird dies auch der Part des Autos sein, der sich nur wenig verändert.

Autozukunft

Autozukunft ©iStockphoto/ssstep

Was sich durchsetzt, entscheidet der Kunde
Bei allen Visionen – letztendlich bestimmt der Kunde die Zukunft des Autos. Die Technik muss bezahlbar, beherrschbar sein, vom Kunden angenommen werden. Das Auto muss gefallen. Rechtlich ist noch vieles unklar. Denn: Wer haftet schon gerne, wenn der Computer einen Unfall baut. Dies kann durchaus passieren, seien auch noch so viele Sicherheitssysteme an Bord. Und: Wer lieber fliegt, hat heute schon die Möglichkeit mit einem Helikopter von Ort zu Ort zu gelangen.