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Punktestand in Flensburg

Viele Autofahrer denken mit Schrecken an ihren Punktestand in Flensburg, wenn sie wieder einmal von der Polizei geblitzt werden. Das Kraftfahrt-Bundesamt ahndet jeden Verstoß gegen die Verkehrsregel, der über das Verhängen eines Bußgeldes hinausgeht, gewissenhaft und listet die Verstöße „in Punktform“ auf. Allerdings haben Untersuchungen zu dem Ergebnis geführt, dass die so genannten Punktesünder aufgrund ihres oft ständigen zu schnellen Fahrens die größte Unfallgefahr im Straßenverkehr sind. Aber nicht nur zu schnelles Fahren wird mit Punkten bestraft. Doch für welche weiteren Vergehen gibt es überhaupt Punkte? Verkehrsordnungswidrigkeiten sind der häufigste Grund für die Eintragung von Punkten im Verkehrsregister. Solch eine Verkehrsordnungswidrigkeit ist zum Beispiel das zu schnelle Fahren. Weiterhin werden Abstandssünden mit Punkten bestraft. Bei einem zu geringen Abstand kann es auch schnell dazu kommen, dass nicht nur Punkte erteilt werden, sondern der Führerschein auf bestimmte Zeit entzogen wird.

Es gibt aber noch eine Vielzahl sonstiger Ordnungswidrigkeiten, wie zum Beispiel das Überfahren einer roten Ampel, das Rechtsüberholen außerorts oder überhaupt Überholen bei einer nicht klaren Lage des Verkehrs. Wird ein anderer Verkehrsteilnehmer gefährdet, ist bei einer Verletzung der Vorfahrtsregeln ebenfalls mit Punkten zu rechnen. Wird durch ein liegen gebliebenes Fahrzeug an anderer gefährdet oder wird zum Beispiel das Vorrecht eines Fußgängers missachtet, so werden Punkte fällig. Das gilt auch für die ungesicherte Beförderung von Kindern oder wenn ein LKW-Fahrer seine Ladung nicht ausreichend sichert und so eine Gefahr von dieser ausgehen kann.

Neben den Verkehrsordnungswidrigkeiten sind auch Straftaten im Verkehr ein Grund für die Vergabe von Punkten in Flensburg. Dazu gehört zum Beispiel das Führen eines Fahrzeugs unter Einfluss von Alkohol oder Drogen oder auch die Fahrerflucht im Falle eines Unfalls. Kennzeichenmissbrauch, das Führen eines Fahrzeugs, das nicht versichert ist oder Fahren ohne Führerschein kann mit Punkten geahndet werden. Weiterhin werden unterlassene Hilfeleistung oder fahrlässige Tötung auf diese Art und Weise bestraft.

Punktestand

Punktestand ©iStockphoto/Jayshiao

Je nach aktuellem Punktestand haben Autofahrer mit folgenden Maßnahmen zu rechnen oder diese Möglichkeiten des Punkteabbaus: mit keinerlei Problemen müssen sie bei einem bis drei Punkten rechnen. Hat ein Verkehrsteilnehmer vier bis acht Punkte gesammelt, kann er an einem Aufbauseminar teilnehmen. Das ist aber noch kein Muss. Nach erfolgreichem Abschluss können vier Punkte von seinem Konto gestrichen werden. Ohne solches Seminar bekommt man den Hinweis auf die Möglichkeit der Teilnahme bei einem Kontostand von acht bis dreizehn Punkten. Außerdem ist mit einer Verwarnung zu rechnen. Ab einer Punktezahl von neun und bis hin zu dreizehn besteht ebenfalls die Möglichkeit, ein Aufbauseminar zu besuchen. Damit können zwei Punkte gestrichen werden. Im Bereich von vierzehn bis zu siebzehn Punkten ist ein Seminar Pflicht und wird angeordnet. Besucht der Verkehrssünder zusätzlich eine psychologische Beratung, kann er damit zwei Punkte abbauen. Ab einer Punktezahl von achtzehn wird der Führerschein eingezogen.

Bei den Aufbauseminaren und der psychologischen Beratung bekommt der Teilnehmer die Möglichkeit zu zeigen, dass er seine Fehler eingesehen und aus diesen gelernt hat. Dazu werden sowohl Gespräche geführt als auch fahrpraktische Übungen getätigt. Alle fünf Jahre hat ein Verkehrsteilnehmer die Chance, durch Aufbauseminare Punkte abzubauen. Der Punktestand bleibt ohne Abbau und ohne weitere Strafen für zwei Jahre erhalten. Tatsächlich gelöscht werden sie erst nach Ablauf eines weiteren Jahres, da sie nach zwei Jahren lediglich tilgungsreif sind. Während der Probezeit kann niemand Punkte abbauen, auch wenn sie für einen einmaligen Verstoß kassiert wurden. Wurde der Führerschein entzogen, wird auch das Punktekonto gelöscht. Bekommt der Verkehrssünder seine Fahrerlaubnis also wieder erteilt, startet er mit einem leeren Punktestand.

Nach zwei Jahren werden also Punkte wegen einer Verkehrsordnungswidrigkeit gelöscht. War eine Straftat, bei der weder Drogen noch Alkohol im Spiel waren ausschlaggebend für die Erteilung der Punkte, so werden die Punkte nach fünf Jahren getilgt. Zehn Jahre beträgt die Frist für Straftaten unter Einfluss von Drogen oder Alkohol. Dafür ist aber immer Voraussetzung, dass bis zum Erreichen der Tilgungsfrist keine neuen Punkte hinzugekommen sind. Ansonsten bleiben sie bestehen und können dementsprechend erst nach erneutem Erreichen der Frist getilgt werden.

Insgesamt ist ungefähr jeder siebte Fahrzeugführer statistisch gesehen in Flensburg gelistet. Das macht etwa 7,1 Million Autofahrer mit einem Punktekonto beim Kraftfahrt-Bundesamt. Jeder hat die Möglichkeit, seinen aktuellen Punktestand abzufragen. Dazu wird lediglich ein formloses Schreiben benötigt, in dem um Auskunft über den persönlichen Punktestand im Verkehrszentralregister gebeten wird. Dieses Schreiben ist an das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg direkt zu richten. Hat ein Autofahrer acht Punkte oder mehr angehäuft, werden vom Bundesamt die Straßenverkehrsämter benachrichtigt. Außerdem erhält der Verkehrssünder eine Information darüber. Die Kosten für die Benachrichtigungen muss er selbst tragen. Sie betragen 17,90 Euro als feste Gebühr, hinzu kommen noch die entstandenen Auslagen. Die Aufforderung, an einem Aufbauseminar teilzunehmen, die ab vierzehn Punkten mit Sicherheit ins Haus flattert, muss der Empfänger ebenfalls selbst bezahlen. Hierbei entstehen allerdings schon höhere Kosten. Die Gebühr beträgt 25,60 Euro, dazu kommen wieder die entstandenen Auslagen. In Zukunft könnten Abfragen allerdings billiger werden, wenn eine Anfrage per Internet gestellt werden kann, wie es in Planung ist.